Versammelte Irrtümer
09.03.2016

Ein Heiner Müller-Interview-Marathon


„Kluge: Was ist eine Metapher?
Müller: Das fällt mir ganz schwer zu definieren.
Kluge: Dann sag mal ein Beispiel.
Müller: Na, ich will ein Beispiel sagen. Das ist jetzt von mir, also über einen Versuch, die Mauer in Berlin zu definieren als Stalins Denkmal für Rosa Luxemburg. Das ist eine Metapher.“
(Heiner Müller: „In den Ruinen der Moral tätig …“ (1987). In: Werke 11, Gespräche 2, hrsg. v. Frank Hörnigk. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 11–12.)

Die Interviews zwischen Heiner Müller und Alexander Kluge bilden ein riesiges Konvolut des Nachdenkens über Geschichte, Kunst, Gespenster, Sozialismus, Politik und Theater, in ernsthafter, assoziativer und witziger Form, ein Reservoire der performativen Möglichkeiten. Eine etwa 5-stündige Auswahl dieser Interviews wird 20 Jahre später, nach einer halben DDR, in chronologischer Reihenfolge von zwei Spielerinnen in einem kleinen wohnlichen Raum gelesen, wo man ihnen zuhören, verweilen, gehen und wiederkommen kann. Sie leben dort für einen Abend mit diesen Interviews, untersuchen ihr Nachdenken und teilen es mit den Zuhörer*innen.

Konzept, Textfassung & Einrichtung: Matthias Naumann & Johannes Wenzel
Ausstattung: Katrin Wittig

Mit Agnes Mann, Franziska Wulf

Mit herzlichem Dank an Benedetta Bronzini, Martin Jürgens, Alexander Kluge, Anja Quickert und Lars Ramthun.

Premiere: 9. März 2016, HAU 2.
Müllermontag XXXI im Rahmen von HEINER MÜLLER! „Was jetzt passiert, ist die totale Besetzung mit Gegenwart.“  – Ein Festival des HAU Hebbel-am-Ufer in Zusammenarbeit mit der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.